↑ Zurück zu Hochzeit

Seite drucken

Das Brautkleid

Das Brautkleid: romantisch oder schlicht?

Reine Frauensache
In Barbara Müllers Laden sind Männer Mangelware. Kein Wunder, die Rheinländerin hat ein Brautmodengeschäft. Und die künftigen Bräute nehmen bei der Suche nach dem richtigen Kleid eben meist eine Freundin, ihre Mutter oder künftige Schwiegermutter mit. „Sie brauchen Unterstützung, schließlich ist das ja ein ganz besonderer Tag“, schildert die Inhaberin des stilvollen Geschäfts: „Nur bei zwei von 100 Kundinnen kommen die Männer mit. Das ist wirklich die absolute Ausnahme. Meist sind es dann Frauen, die sehr unsicher sind und auf Nummer sicher gehen wollen, ob ihrem Schatz das Hochzeitskleid auch gefällt.“ In den überwiegenden Fällen wird die Tradition, dass der Gatte seine Braut erst an oder in der Kirche sieht, jedoch hochgehalten.

Vier bis sechs Monate vorher kaufen
Rund 90 Minuten sind für die Kleiderprobe einzuplanen. Oft ist es zwar das erste Kleid, das die Frau letztendlich auch kauft, aber schließlich muss sie auch vergleichen können. Die Expertin rät: „Das Hochzeitskleid sollte etwa vier bis sechs Monate vor dem Hochzeitstermin gekauft werden. Meist muss das Kleid noch gekürzt, enger oder weiter gemacht werden. Auch nach Kauf des Kleides muss sie noch zwei bis dreimal zur Anprobe kommen. Da sollte zeitlich einfach noch genug Spielraum sein. Der letzte Anprobetermin ist ein bis zwei Wochen vorher. „Manche Frau nimmt wegen der ganzen Aufregung und der Vorbereitungen noch stark ab, andere wiederum legen zu.“ Auch wenn das Kleid sehr frühzeitig gekauft wird- Anfang des Jahres ist die Auswahl, so die Fachfrau, noch am größten – kann es bis kurz vor dem großen Ereignis im Geschäft hängen bleiben. Nach ihrer Erfahrung ist die „Hochzeit der Hochzeiten“ in den Monaten April bis Oktober.

Voll Im Trend: Champagnerfarben
Schwangere sollten allerdings erst möglichst spät das Hochzeitskleid kaufen, etwa vier bis sechs Wochen vor dem Hochzeitsdatum – schließlich wächst bei ihnen mit dem nahendem Termin nicht nur die Spannung, sondern auch der Bauch. Absolut im Trend ist die Farbe champagner. Eher schlichtere Kleider mit hochwertiger Spitze oder raffiniertem Schnitt sind derzeit stärker nachgefragt als aufwändige Modelle.

Tipps von der Fachfrau
Romantisch verspielt oder eher schlicht, mit oder ohne Schleppe, aus Rohseide, Chiffon oder Satin, in reinem Weiß oder doch lieber champagnerfarben – die Vielfalt der Brautkleider kann so manche heiratswillige Frau ganz schön zur Verzweiflung bringen. Barbara Müller, Inhaberin eines Brautmodengeschäfts im Rheinland, hat einige Tipps parat, damit die Wahl der Robe für den „schönsten Tag“ nicht zur Qual wird.

„Die Brautkleider lassen sich grob in zwei Formen unterteilen. Das klassische Brautkleid ist oben eng und unten weit. Und dann gibt es das Kleid im Empire-Stil, es hat die sogenannte A-Linie. Es ist oben zwar auch eng und wird unten weiter, ist insgesamt vom Schnitt her aber wesentlich schmaler“, erklärt die Fachfrau und rät: „Wenn die Frauen in ein Brautmodengeschäft gehen, sollten sie schon wissen, welche Stilrichtung sie möchten.“ Daher ist die Lektüre von Hochzeitszeitschriften, in denen viele Kleider abgebildet sind, oder der Besuch von Hochzeitsmessen zu empfehlen. Die Rheinländerin weiß aber: „Manche Frau hat sich so in ein Kleid verguckt, das in einem Magazin ein Fotomodel in Größe 36 anhat. Das sieht natürlich toll aus. Aber sieht das dann auch in Größe 44 so traumhaft aus?“ Eine grobe Vorstellung, wie das Kleid aussehen soll, ist gut, aber man sollte sich nicht auf ein spezielles Exemplar versteifen.

Frau muss sich wohlfühlen
Aber, anprobieren geht über Magazine studieren: Die Selbstständige hat schon so manches Mal erlebt, dass eine Frau zielstrebig auf ein Kleid zugegangen ist, dass auf dem Bügel genau das richtige war, die Frau sich in dem Kleid aber überhaupt nicht gefiel. Und genau das ist, so die Expertin, das Wichtigste: „Man muss sich in dem Kleid wohlfühlen. Es ist dann das richtige, wenn man es am liebsten gar nicht mehr ausziehen möchte. Wenn schon irgendetwas zwickt, einem der Rückenausschnitt zu tief oder die Perlen zu üppig gestickt sind, dann hat es gar keinen Sinn, das Modell zu kaufen.“ Die Geschäftsfrau hat schon mehrfach Kundinnen erlebt, die auf jeden Fall ein Kleid im Empire-Stil haben wollten: „Ich möchte was ganz schlichtes.“ Tatsächlich haben sie sich dann aber für das genaue Gegenteil entschieden und haben ein sehr romantisches und verspieltes Kleid mit aufwendigen Stickereien oder Perlenbesatz gekauft.

Was wird nach der Hochzeit aus dem Kleid?
Wenn frau vorhat, die Hochzeitsrobe auch nach dem „schönsten Tag“ noch anzuziehen, dann sind beim Kauf weitere Dinge zu überlegen: Kann das Kleid gekürzt werden, lässt es sich einfärben, kann man es zu einem normalen Abendkleid ummodeln? Das ist nur in seltenen Fällen machbar. Da sollte man sich von dem Fachpersonal gut beraten lassen. Barbara Müller meint: „Die Frau sollte sich nicht nur in dem Kleid, sondern auch in dem Geschäft wohl und individuell beraten fühlen. Schließlich muss sie, wenn sie ein Kleid gekauft hat, noch zwei bis dreimal zur Anprobe kommen, damit das Modell ganz ihrem Körper und ihren Wünschen angepasst werden kann. Die Frau sollte sich schon im Geschäft wie eine Prinzessin fühlen, dann ist die Vorfreude auf den eigentlichen Tag noch stärker.“

Die Schleppe: Ideal für den großen Auftritt
Für den „großen Auftritt in der Kirche“ – wenn die Braut meist vom Brautvater zum Altar geführt wird – ist eine Schleppe sehr geeignet. Was passiert aber nach der Trauung mit der Schleppe? Gerade beim Eröffnungstanz kann sie ganz schön zur Stolperfalle werden! „An manchen Kleidern sind die Schleppen abnehmbar oder können mit Hilfe eines Häkchens hochgerafft werden“, weiß die Kennerin des „Traumes in weiß“. Natürlich müsse der Jahreszeit auch Rechnung getragen werden. Wer im Hochsommer heiratet, sollte nicht unbedingt ein langärmeliges Kleid wählen – praktisch sind in solchen Fällen Modelle mit herausnehmbaren Ärmeln!

Auch das „Darunter“ muss passen
Etwa bei 400 Euro beginnen die Preise für Brautkleider – nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Die Wahl des Kleides ist aber erst die halbe Miete: Fast ebenso entscheidend für das strahlende Aussehen ist das „Darunter“. Passende Schuhe, Torselett oder Corsage, BH, Slip mit Hüftgürtel, halterlose Spitzenstrümpfe. Hübsche Unterwäsche und Reifrock machen den guten Sitz des Kleides aus. Für Kleider mit tiefem Rückenausschnitt gibt es ebenso tief ansetzende Corsagen oder Torseletts. Wenn man ein champagnerfarbenes Kleid hat, sollten Unterwäsche und Schuhe ebenfalls champagnerfarben sein. An so einem Tag sollte eben einfach alles zusammen passen.

Blaues Strumpfband darf nicht fehlen
Schleier, Haargestecke, Hüte, Handtaschen sind weitere Accessoires, die je nach Geschmack die natürliche Schönheit der Braut zur Geltung bringen. Im Durchschnitt sind für diese Utensilien noch einmal zwischen 200 und 400 Euro zu zahlen. „Die meisten Kundinnen kaufen wirklich das Kleid, das ihnen am besten gefällt, auch wenn es mehr als ursprünglich eingeplant kostet. Sie haben die Einstellung, das ist der schönste Tag im Leben, da kommt es auf 150 oder 200 Euro mehr auch nicht an. Natürlich gibt es aber auch eine Schmerzgrenze, die liegt bei etwa 1000 Euro für das Kleid“, erzählt Barbara Müller. Eines darf aber auf keinen Fall fehlen: das blaue Strumpfband. „Die Braut sollte etwas Blaues – meist ist es das Strumpfband, etwas Neues, etwas Altes und etwas Geliehenes tragen“, zählt die Expertin eine Tradition auf.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://grossmann-fn.com/?page_id=231